Gorontalo 2

Sulawesi – Spaziergang durch Gorontalo

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Indonesien

Die meisten von euch werden sich jetzt sicherlich fragen: Wo verflucht liegt eigentlich Gorontalo? Vor meiner Reise nach Sulawesi in Indonesien habe ich von der Existenz dieser Stadt im Norden der Insel ebenfalls nichts gewusst. Auch ist dieses Örtchen nicht unbedingt die sehenswerte must-see-Stadt (außer der Flughafen, den sollte man gesehen haben), dennoch ist mir hier etwas wundervolles passiert, was mich inspiriert hat und mir beim Gedanken immer wieder das Herz erwärmt …

Meine Freundin und ich entschlossen uns, einfach mal den touristischen Pfad (in Sulawesi kann man noch nicht von verstärktem Tourismus sprechen) zu verlassen. Wir ließen uns mit dem Moped am Stadtrand von Gorontalo absetzen. Der Driver war von unserer Aktion ein wenig verwundert: Seid ihr ganz sicher, dass ihr hierbleiben wollt? Ähm, nö. Aber wir schauen einfach mal, was uns hier erwartet. Gesagt getan. Wir wussten überhaupt nicht, wo wir hingehen sollten – zum Glück wussten wir aber sofort, welchen Weg wir einschlagen sollen, denn es gab nur einen. Diese – naja nennen wir sie mal Hauptstraße – führte mitten durch ein kleines Dorf. Zuerst begegneten uns sehr verwirrte Blicke. Ausländer? Wie kommen die denn her? Doch schnell wandelte sich die Stimmung des kompletten Dorfes. Aus anfänglicher Verwunderung und Skepsis wurde sehr schnell große Freude. Zuerst kamen zahlreiche Kinder auf uns zu gerannt und riefen uns „Hey, Mister“ (nicht wundern, in Indonesien wird die Unterscheidung zwischen Mrs. und Mr nicht so streng genommen ;-). Und schon trauten sich auch die Erwachsenen an uns ran. Sie freuten sich, dass sich endlich mal Touristen zu ihnen verirrt haben und sich für sie interessierten.

Gorontalo 1

Glaubt mir, im Dorf brach eine gewisse Feststimmung aus. Wir wurden bereits bei den Nachbarn angekündigt und mit jedem Schritt, den wir taten, begrüßten uns weitere Menschen aus ihren Häusern und begleiteten uns in Scharen. Und zu meiner allergrößten Freude, war es allen eine große Ehre, fotografiert zu werden. Ob jung, ob alt – alle schienen posieren zu wollen und lachten in meine Kamera. Ich könnte schwören, dass die wenigen zuvor jemals eine Spiegelreflex gesehen haben.

Gorontalo 9

Als es schon fast dunkel wurde, entschieden wir uns zurück nach Gorontalo zu fahren. Und wir wurden sehr herzlich verabschiedet. Sie würden sich so freuen, dass wir sie besucht haben, riefen uns viele Stimmen hinter her. Uns beschlich ein kurzes Gefühl, als ob uns gute Freunde verabschieden würden. Und irgendwie sind diese Menschen und ihre Begegnung noch immer tief in mir verwurzelt und erfüllt mich mit großer Dankbarkeit. Dankbarkeit, dass wir damals den Touristen-Pfad verlassen und einen ungewöhnlichen Weg gewählt haben – irgendwo in Sulawesi im nirgendwo von Gorontalo. Und die Moral der Geschicht? Die touristische Route mal verlassen und ungewohnte Wege gehen? Vielleicht, entscheidet selbst …

 

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